web StefanHorvath01 Stefan Horvath, Mensch, Europäer, Österreicher, Burgenländer, Roma, war im Rahmen des bundesweiten Projekts zum Jubiläum 100 Jahre Republik zu Gast an der Zweisprachigen Neuen Mittelschule Großwarasdorf. Die folgenden Zeilen versuchen die gemeinsame Zeit mit Herrn Horvath belebend zu schildern: Der gebürtige Oberwarter, der sich selber als Mann im „jugendlichen Alter von 69“ bezeichnet, wartet bereits überpünktlich („ich bin immer überpünktlich“) in der Aula der Schule. Wir, die Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrpersonal begrüßen ihn mit einer eigens einstudierten musikalischen Begrüßung in burgenlandkroatischer Tradition. „Das ist das erste Mal, dass ich musikalisch begrüßt werde“, bedankt sich unser Gast sichtlich gerührt. Dann beginnt Stefan Horvath zu erzählen: Zuerst berichtet er von seiner Kindheit und Jugend in der zweiten Roma-Siedlung in Oberwart, von den alltäglichen Schwierigkeiten in Zeiten der Diskriminierung auf vielen gesellschaftlichen Ebenen und seiner erfolgreichen Schullaufbahn. Dabei vermittelt er uns die Wichtigkeit von Schule und Lernen für unser Leben, und erzählt auch von seinen Lehrerinnen und Lehrern, ohne deren Förderung er es wohl noch schwerer als sonst zum Polier und Betriebsrat geschafft hätte. „Du lernst nicht für die Eltern, Lehrer und Lehrerinnen, sondern nur für dich“, wiederholte unser Gast immer wieder. Zwischendurch erzählte er uns einige seiner Gedichte, die er natürlich auswendig kennt und warum er überhaupt Schriftsteller wurde. „Im Jahr 1995 wurden mein Sohn und drei weitere Angehörige der Volksgruppe der Roma bei einem Bombenattentat in unserer Siedlung getötet!“ Dieses rassistisch motivierte Attentat veränderte sein Leben, wie Herr Horvath sagt „radikal“. Er berichtet, dass er sich seit diesem Zeitpunkt mit der Geschichte seiner Volksgruppe intensiv beschäftigt und ihre Geschichte und seine persönlichen Erlebnisse in bis jetzt drei literarischen Werken niedergeschrieben hat. Eindrucksvoll lauschen wir seinen Worten, die uns „unter die Haut“ gehen und uns besinnen auf die wichtigsten Dinge des Lebens. Besonders die letzten Sätze Stefan Horvaths prägen sich uns ein: „Ich habe dem Attentäter verziehen, indem ich mir verziehen habe, denn Hass löscht alle guten Gedanken, und so will ich nicht leben.“
Dass Herr Horvath trotz der schwierigen Lebensumstände eine so positive Lebenseinstellung ausstrahlt, hat alle Beteiligten sehr beeindruckt.

web StefanHorvath02

webMenschenrechte Am 27. September 2018 fand an unserer Schule ein von Amnesty International abgehaltener Workshop über Menschenrechte statt. Spielerisch und an einzelnen Beispielen wurde uns das Thema Menschenrechte näher gebracht, auf die jeder Mensch auf der Welt Anrecht hat. Menschenrechte sind aber nur gültig, wenn sie im Gesetz des betreffenden Landes verankert sind. Näher beschäftigten wir uns mit dem Fall eines arabischen Bloggers, der, weil er seine Meinung gesagt hat, im Gefängnis sitzt. In Gruppenarbeit recherchierten wir über Menschenrechtsaktivisten und erstellten Plakate. Am Ende des Workshops bekamen wir alle einen Menschenrechtspass überreicht, auf dem auch alle Menschenrechte aufgezählt sind. (Benjamin Kuzmits)

Goldenes Kleeblatt  2017 Das Forum Gewaltfreies Burgenland und die Kinder- und Jugendanwaltschaft luden am 25. April 2018 zur Verleihung der „Goldenen Kleeblätter gegen Gewalt“ in der KUGA Großwarasdorf ein. Die Schülerin Katharina Gruber der Zweisprachigen Neuen Mittelschule erhielt für ihren Beitrag „Interview mit Dr. Hans“ einen Sonderpreis. Wir gratulieren herzlich zu der tollen Leistung!
Foto: Landespressedienst

kIMG 1793 Mehrmals jährlich besuchen deutsche, als auch kroatische Autorinnen und Autoren die Neue Mittelschule Großwarasdorf. Am 19.2 stattete der bekannte österreichische Kinder- und Jugendbuchautor Christoph Mauz der Schule einen Besuch ab. Gespannt folgten die Schülerinnen und Schüler den vorgelesenen Textpassagen aus seinem Buch „Motte Maroni - Angriff der Schrebergartenzombies“. Immer wieder wurde schallend gelacht, da der Autor die Protagonisten durch unterschiedliche Stimmen lebendig machte. Nach der Lesung erzählte Christoph Mauz aus seinem Leben und der Entstehung des Buches. Im Anschluss hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit dem Autor Fragen zu stellen.
Es war eine äußerst gelungene und humorvolle Lesung!

kIMG 1796